Wo Albert
Einstein lehrte und Michelle
Obama studierte, wo die Nobelpreise geradezu alljährlich eintreffen, da werden jetzt Zittauer Enzyme untersucht: Seit etwa einem Jahr gibt es intensive Forschungskontakte zwischen den Biotechnologen von Deutschlands kleinster staatlicher Universität, dem Internationalen Hochschulinstitut (IHI) Zittau, am Lehrstuhl von Prorektor Professor Martin
Hofrichter und der Forschungsgruppe des renommierten Chemikers Professor John T.
Groves von Amerikas Top-Universität Princeton. Auslöser war die
Entdeckung eines völlig neuartigen Biokatalysators 2004 durch den damaligen Doktoranden und jetzigen Leiter des Zittauer Biotechnologielabors, Dr. René
Ullrich. Das neue Enzym, die sog.
"unspezifische Peroxygenase" vermag Sauerstoff in verschiedenste Zielmoleküle einzubauen und ist Gegenstand umfangreicher Forschungsarbeiten, die u.a von der Europäischen Union, dem Bundesministerium für Forschung, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert werden. Angewandte und grundlagenwissenschaftliche Aspekte des Enzyms werden auch von einer vom Europäischen Sozialfonds (
ESF ) finanzierten Nachwuchsforschergruppe unter Dr. Matthias
Kinne am IHI Zittau untersucht. Die Zittauer Wissenschaftler arbeiten intensiv am Reaktionsmechanismus des neuartigen Enzymproteins, für dessen Charakterisierung sie die geeignete Technik suchten – und in Princeton fanden. „Wir waren total verblüfft, dass Professor Groves sofort auf unsere Anfrage einging“, berichtet Kinne, denn schließlich hat man es mit der internationalen Forschungs-Top-Liga zu tun, für eine universitäre Kleinst-Einrichtung keine Selbstverständlichkeit. „Das Interesse Princetons am Zittauer Enzym kann man durchaus als
wissenschaftlichen Ritterschlag bezeichnen“, so IHI-Professor Hofrichter. Nach einem Gastvortrag Kinnes in Princeton im Frühjahr 2011 und abgestimmten experimentellen Arbeiten in beiden Einrichtungen entstand eine
gemeinsame Publikation, und nun hielt sich zur weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit der IHI-Doktorand und Mitglied der Nachwuchsforschergruppe Sebastian
Peter für drei Monate in Princeton zu einem fruchtbaren Forschungsaufenthalt auf – aus dem weitere gemeinsame Publikationen zwischen Princeton-Goliath und Zittau-David erwachsen sollen.
LINK zur gemeinsamen Publikation:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1742-4658.2011.08285.x/abstract